Trübe Aussichten sagte der STATEC in seinem letzten Konjunkturbericht voraus. Das wirtschaftliche und finanzielle Umfeld hat sich im Laufe des dritten Quartals deutlich verschlechtert, eine Bestätigung demnach der ersten Kommentare zum Haushaltsentwurf für das Jahr 2012.
| 2010 | 2011 | 2012 | |
| PIB (Luxemburg | 2,7 | 2,0 | 1,4 |
| Arbeitslosenzahlen | 6,0 | 6,0 | 6,5 |
| Inflation | 2,3 | 3,4 | 2,3 |
| Defizit | -1,1 | -0,6 | -1,4 |
Die Wachstumsprognose für das Jahr 2012 wurde auf nur noch 1,4% prognostiziert, unter der Bedingung, dass sich die laufende Schuldenkrise in Europa nicht weiter verschlimmere. Dies ist aber leider nicht auszuschließen ist. Hier verweist der STATEC auch auf latente Ansteckungsgefahren hin.
Die Sparmaßnahmen zur Sanierung der betroffenen Staatshaushalte haben einen bremsenden Effekt und führen zu Verunsicherungen bei Unternehmen und Konsumenten. Zudem lag die Inflation im Oktober 2011 in Luxemburg bei 3,4%, was vor allem auf eine Preissteigerung bei den Erdölprodukten zurück zu führen ist. Sollte der Eurokurs weiter nachgeben, so wird sich dieser Trend beschleunigen.
Bei den Staatsfinanzen geht der STATEC von einer erneuten Verschlechterung aus, die in einem Defizit von 1,5% des PIB enden dürfte, weil die wirtschaftliche Verlangsamung deutlich stärker ausfallen wird, als vorausgesagt.
Sollte die Lohnindexierung in der aktuellen Form fortgesetzt werden, dürfte eine Indextranche im März 2012 erfallen, während die Jahresinflation rund 4% erreichen dürfte. Rückläufige Tendenzen sagt der STATEC auch für die Auslastung der Produktionskapazitäten und für den Arbeitsmarkt voraus, was demnach im Klartext heißt, dass weitere Arbeitsplätze verloren gehen und die Arbeitslosenzahlen steigen werden.
Schaut man auf die Zinssätze, die mittlerweile für EU-Staaten anfallen, welche bisher als sicher galten, kann man davon ausgehen, dass verschiedene Wirtschaftsprognosen der EU Kommission und des STATEC, schon als überholt gelten können. Geht man von einer erneuten Kreditklemme aus, so dürfte die diesmal noch größere Auswirkungen auf Luxemburg haben als 2008.
Der STATEC stellt demnach auch ein Szenario auf, welches diesen latenten Risiken Rechnung trägt. Hierbei würde Luxemburg wieder in eine Rezession verfallen, bei der die Wirtschaft um 2% schrumpft und die Arbeitslosigkeit auf über 7% steigt im Jahre 2012.
Ein weiteres Aussetzen des Lohnindexes wäre in dem Falle keine Austerität gegenüber den Bürgern, sondern allein eine von vielen bitter notwendigen Sparmaßnahmen seitens der Regierung.
Sparen ist also angesagt. Und wollen Staat und Gemeinden in dem Szenario antizyklisch investieren, so müssen sie wohl auf die, in guten Jahren angelegten, Sparreserven zurückgreifen. Hat man deren keine, dürften einige schwierige Jahre ins Haus stehen, in denen die Gürtel wohl enger geschnallt werden müssen.
Was dies für unsere Gemeinde bedeuten würde, ist wohl klar: Weniger Geld vom Staat in ohnehin leere Kassen, gepaart mit höheren Zinsspreads bei Kreditaufnahmen! Wenn beim Staat Austerität nötig ist, ist bei uns erst recht keine Giesskannenpolitik angesagt. Demnach: Vorsicht heißt die Mutter der Porzellankiste.
Malou Aulner